German Dental ClinicDr Fenjero Walid · Smile Studio

Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

Weisheitszähne: Müssen sie raus, und wann?

Nicht jeder Weisheitszahn muss entfernt werden. Manche verursachen Probleme, andere können unter Beobachtung im Mund bleiben. So wird die Entscheidung getroffen.

Von Dr Fenjero Walid ·

Illustration: Weisheitszähne: Sollte man sie ziehen, und wann?

Spätankömmlinge, denen oft der Platz fehlt

Weisheitszähne, auch dritte Molaren genannt, brechen als letzte Zähne durch, meist gegen Ende der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter. Manche Menschen haben vier, andere weniger, manche gar keine.

Weil sie zuletzt kommen, finden sie oft einen Kiefer vor, in dem der Platz bereits belegt ist. Dann sind mehrere Situationen möglich:

  • der Zahn bricht normal durch und findet seinen Platz;
  • er bricht nur teilweise durch und bleibt zum Teil vom Zahnfleisch bedeckt;
  • er bleibt retiniert im Knochen, liegend oder schräg gegen den Nachbarzahn gekippt;
  • er bricht durch, steht aber ungünstig und ist schwer zu reinigen.

Ob ein Eingriff nötig ist, hängt von der Lage des Zahns und ihren Folgen ab, nicht allein davon, dass er vorhanden ist. Deshalb ist eine individuelle Beurteilung wichtiger als eine allgemeine Regel.

Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

Bestimmte Beschwerden hängen häufig mit Weisheitszähnen zusammen und sollten untersucht werden:

  • Schmerzen ganz hinten im Mund, manchmal ausstrahlend zum Ohr oder in den Hals;
  • geschwollenes, schmerzhaftes Zahnfleisch hinter dem letzten Backenzahn;
  • Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen oder zu schlucken;
  • schlechter Geschmack oder örtlich begrenzter Mundgeruch;
  • Speisereste, die sich regelmäßig in diesem Bereich festsetzen;
  • eine geschwollene Wange, eventuell mit Fieber.

Die Entzündung des Zahnfleischs über einem durchbrechenden Zahn heißt Perikoronitis (Dentitio difficilis). Sie kann wiederkehren und sich in manchen Fällen auf das umliegende Gewebe ausbreiten. Eine deutliche Schwellung, Fieber oder Schluckbeschwerden erfordern einen raschen Zahnarztbesuch.

Wann ist eine Entfernung ratsam?

Eine Entfernung wird in der Regel empfohlen, wenn der Weisheitszahn ein Problem verursacht oder ein hohes Risiko dafür besteht. Typische Situationen sind:

  • wiederholte Perikoronitis;
  • Karies am Weisheitszahn selbst, die wegen der schlechten Zugänglichkeit schwer zu behandeln ist;
  • Karies oder Resorption an der Rückseite des zweiten Backenzahns, verursacht durch den dagegen drückenden Weisheitszahn;
  • eine Zahnfleischtasche zwischen beiden Zähnen;
  • eine Zyste oder ein im Röntgenbild sichtbarer Befund um einen retinierten Zahn;
  • ein Zahn ohne Gegenzahn, der beim Kauen stört oder die Wange verletzt;
  • in manchen Fällen die Planung einer kieferorthopädischen oder prothetischen Behandlung.

Die Entscheidung fällt nach klinischer und röntgenologischer Untersuchung, wobei der erwartete Nutzen gegen die Risiken des Eingriffs abgewogen wird.

Wann können sie bleiben?

Ein vollständig durchgebrochener, funktionstüchtiger und gesunder Weisheitszahn, den Sie gut reinigen können, muss nicht entfernt werden. Ebenso kann ein vollständig im Knochen liegender Zahn ohne Beschwerden und ohne sichtbaren Befund manchmal einfach mit regelmäßigen Röntgenkontrollen beobachtet werden, besonders wenn seine Entfernung mehr Risiken als Nutzen mit sich brächte.

Die routinemäßige Entfernung gesunder Weisheitszähne wird heute nicht mehr allgemein empfohlen. Jeder Fall wird einzeln besprochen.

Man sollte allerdings bedenken, dass der Eingriff bei jungen Erwachsenen oft einfacher ist, wenn die Wurzeln noch nicht vollständig ausgebildet sind und der Knochen elastischer ist. Bei einem Zahn, der Probleme macht oder voraussichtlich machen wird, kann der Zahnarzt deshalb raten, nicht zu lange zu warten.

Die Röntgenuntersuchung: ein entscheidender Schritt

Das Panoramaröntgen bietet einen Überblick über beide Kiefer. Es zeigt die Lage jedes Weisheitszahns, die Form seiner Wurzeln, seine Beziehung zum Nachbarzahn und bei den unteren Zähnen zu dem Nerv, der Unterlippe und Kinn mit Gefühl versorgt.

Liegen die Wurzeln sehr nah an diesem Nerv oder bei den oberen Zähnen an der Kieferhöhle, kann eine dreidimensionale Aufnahme angefordert werden. Sie hilft dem Zahnarzt, den Eingriff zu planen und Sie genau über die Risiken in Ihrem Fall aufzuklären.

Dieser Schritt bestimmt das weitere Vorgehen: Ein leicht zu entfernender Zahn und ein tief retinierter Zahn werden nicht auf die gleiche Weise vorbereitet.

Wie die Entfernung abläuft

Die Entfernung von Weisheitszähnen erfolgt meist unter örtlicher Betäubung in der Praxis. Bei einem durchgebrochenen Zahn ähnelt der Eingriff einer gewöhnlichen Zahnentfernung. Bei einem retinierten Zahn öffnet der Zahnarzt das Zahnfleisch, trägt manchmal etwas Knochen ab und teilt den Zahn gegebenenfalls in mehrere Stücke, um ihn schonender zu entfernen. Einige Nähte verschließen das Zahnfleisch.

Der Zahnarzt sagt Ihnen, ob es sinnvoller ist, einen, zwei oder alle vier Zähne in derselben Sitzung zu entfernen, je nach ihrer Lage, Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Wunsch.

Teilen Sie vor dem Eingriff alle Medikamente mit, insbesondere blutverdünnende Mittel, sowie Ihre Vorerkrankungen. Diese Angaben können die Vorbereitung verändern.

Nach dem Eingriff: Heilung und richtiges Verhalten

Nach der Entfernung eines Weisheitszahns ist es üblich, einige Tage lang Folgendes zu bemerken:

  • mäßige Schmerzen, die mit den verordneten Schmerzmitteln gelindert werden;
  • eine Schwellung der Wange, die oft am zweiten oder dritten Tag am stärksten ist;
  • eine etwas eingeschränkte Mundöffnung;
  • manchmal einen Bluterguss an der Wange.

Für eine gute Heilung: in den ersten Stunden die Wange kühlen, nicht ausspucken, nicht rauchen und nicht mit dem Strohhalm trinken, lauwarme und weiche Kost essen, ab dem nächsten Tag vorsichtig putzen und dabei die Wunde aussparen, und die verordnete Mundspülung anwenden. Nehmen die Schmerzen nach einigen Tagen zu, treten Fieber oder anhaltende Blutungen auf, melden Sie sich bitte wieder in der Praxis.

Die Oralchirurgie gehört zu den Behandlungsschwerpunkten der German Dental Clinic in Agdal. Um Ihre Weisheitszähne in Rabat untersuchen zu lassen, können Sie einen Termin vereinbaren.

Häufige Fragen

Sollte man Weisheitszähne entfernen, damit die Frontzähne nicht eng stehen?

Dieser Zusammenhang ist nicht eindeutig belegt. Engstände der Frontzähne im Laufe des Lebens haben mehrere Ursachen, und die Entfernung der Weisheitszähne allein aus diesem Grund wird nicht grundsätzlich empfohlen. Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde beurteilt dies im Einzelfall.

Ist die Entfernung eines Weisheitszahns schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, Sie sollten also währenddessen keine Schmerzen spüren, sondern nur Druck. Danach treten oft einige Tage lang Beschwerden und eine Schwellung auf, die mit der verordneten Behandlung gut beherrschbar sind.

Wie lange sollte man nach der Entfernung pausieren?

Das hängt vom Schwierigkeitsgrad der Entfernung und von Ihrer Tätigkeit ab. Viele Patienten planen einige Tage Schonung ein, besonders bei retinierten Zähnen. Der Zahnarzt gibt Ihnen beim Vorgespräch eine auf Ihren Fall abgestimmte Einschätzung.

Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.

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