Wie Karies entsteht
Karies ist ein fortschreitender Abbau der harten Zahnsubstanz. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von drei Faktoren: den Bakterien im Zahnbelag, dem Zucker aus der Nahrung und der Zeit.
Wenn Sie Zucker zu sich nehmen (Haushaltszucker, süße Getränke, Gebäck, aber auch stärkehaltige Lebensmittel, die an den Zähnen haften), verwandeln die Bakterien der Plaque ihn in Säuren. Diese Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz: Das nennt man Demineralisation.
Der Speichel wirkt schützend. Zwischen den Mahlzeiten neutralisiert er die Säuren und liefert Mineralien, die den Schmelz teilweise reparieren, vor allem in Gegenwart von Fluorid: die Remineralisation. Karies entsteht, wenn die Säureangriffe so häufig sind, dass dem Speichel keine Zeit zur Reparatur bleibt. Deshalb ist die Häufigkeit zuckerhaltiger Mahlzeiten ebenso wichtig wie die Menge.
Faktoren, die das Risiko erhöhen
Karies kann jeden treffen, doch einige Faktoren erhöhen das Risiko:
- häufiges Naschen und süße Getränke, über den Tag verteilt getrunken, einschließlich Fruchtsäften und gesüßtem Tee oder Kaffee;
- unregelmäßiges Zähneputzen oder Putzen ohne fluoridhaltige Zahnpasta;
- Mundtrockenheit, etwa durch bestimmte Medikamente, Erkrankungen oder Mundatmung;
- schwer zu reinigende Stellen: tiefe Fissuren der Backenzähne, Zahnfehlstellungen, Ränder alter Füllungen, Zahnspangen;
- zurückgegangenes Zahnfleisch, das die Wurzel freilegt, die weicher ist als der Schmelz;
- bei Kleinkindern langes nächtliches Nuckeln an der Flasche mit süßen Getränken.
Wenn Ihr Zahnarzt Ihre persönlichen Risikofaktoren kennt, kann er die Vorbeugung und die Abstände der Kontrollen darauf abstimmen.
Erste Anzeichen erkennen
Ganz am Anfang schmerzt Karies nicht. Das erste sichtbare Zeichen ist oft ein kreidig weißer Fleck auf dem Schmelz, manchmal auch bräunlich. In diesem Stadium kann sich die Stelle noch remineralisieren.
Schreitet die Karies durch den Schmelz bis ins Dentin (die Schicht unter dem Schmelz) fort, können weitere Anzeichen auftreten:
- kurze Empfindlichkeit auf Süßes, Kaltes oder Heißes;
- ein kleines Loch oder eine raue Kante, die man mit der Zunge spürt;
- Speisereste, die immer an derselben Stelle hängen bleiben;
- eine dunkle Verfärbung, die sich ausbreitet.
Starke, anhaltende Schmerzen, vor allem nachts, oder eine Schwellung des Zahnfleischs deuten oft auf eine fortgeschrittene Karies hin, die den Nerv erreicht hat. Viele Kariesstellen, besonders zwischen den Zähnen, bleiben jedoch lange unsichtbar und schmerzfrei: Nur die Untersuchung und bei Bedarf ein Röntgenbild machen sie sichtbar.
Vorbeugen: Fluorid, Ernährung und Mundhygiene
Die Kariesvorbeugung beruht auf wenigen einfachen Gewohnheiten, die wirken, wenn sie regelmäßig sind:
- Putzen Sie zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta und spucken Sie danach aus, ohne ausgiebig zu spülen, damit das Fluorid wirken kann.
- Reinigen Sie täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder passenden Interdentalbürsten.
- Reduzieren Sie die Häufigkeit von Zucker: Ein Dessert am Ende der Mahlzeit ist besser als süße Snacks über den ganzen Tag verteilt. Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten Wasser.
- Nach dem Essen kann zuckerfreier Kaugummi den Speichelfluss anregen.
- Bei Mundtrockenheit sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Zahnarzt, statt sie mit Bonbons auszugleichen.
Je nach Ihrem Risiko kann der Zahnarzt Fluoridlack in der Praxis auftragen oder eine höher dosierte Zahnpasta empfehlen. Diese Maßnahmen ergänzen die tägliche Mundhygiene, sie ersetzen sie nicht.
Bei Kindern: Fissurenversiegelung und Kontrolle
Milchzähne und gerade durchgebrochene bleibende Backenzähne sind besonders gefährdet. Die Fissuren (Grübchen und Rillen) auf den Kauflächen, manchmal sehr tief, halten Plaque fest und lassen sich selbst mit gutem Putzen schwer reinigen.
Bei der Fissurenversiegelung werden diese Rillen mit einem dünnen schützenden Kunststoff überzogen, ohne Bohren und ohne Betäubung. Sie wird häufig für die ersten bleibenden Backenzähne (etwa mit 6 Jahren) und die zweiten (etwa mit 12 Jahren) empfohlen, je nach Kariesrisiko des Kindes. Die Versiegelung muss anschließend regelmäßig kontrolliert werden.
Auch Karies an Milchzähnen sollte behandelt werden: Sie kann schmerzen, sich entzünden und den darunter heranwachsenden bleibenden Zahn beeinträchtigen. Regelmäßige Besuche beim Kinderzahnarzt ab den ersten Zähnen ermöglichen die Früherkennung und begleiten die Eltern. In der German Dental Clinic in Agdal gehört die Kinderzahnheilkunde zum Behandlungsangebot.
Was der Zahnarzt in jedem Stadium tut
Die Behandlung richtet sich nach der Tiefe der Karies, die durch die klinische Untersuchung und bei Bedarf ein Röntgenbild beurteilt wird:
- Beginnende Schmelzkaries (weißer Fleck): In vielen Fällen wird nicht gebohrt. Der Zahnarzt verbessert mit Ihnen die Mundhygiene, trägt Fluorid auf und beobachtet die Stelle.
- Karies in Schmelz und Dentin: Der Zahnarzt entfernt das erkrankte Gewebe, bei Bedarf unter örtlicher Betäubung, und baut den Zahn mit einer Füllung wieder auf (meist aus zahnfarbenem Komposit). Das ist die häufigste Form der Kariesbehandlung.
- Ausgedehnte Karies: Ist ein großer Teil des Zahns zerstört, kann eine umfangreichere Versorgung wie ein Inlay, Onlay oder eine Krone nötig sein, um ihn zu schützen.
- Karies, die die Pulpa (den Nerv) erreicht hat: Eine irreversible Entzündung oder Infektion erfordert in der Regel eine Wurzelkanalbehandlung, bei der die Wurzelkanäle gereinigt und gefüllt werden, bevor der Zahn wieder aufgebaut wird.
- Stark zerstörter Zahn: Lässt er sich nicht erhalten, wird eine Entfernung erwogen und anschließend der Zahnersatz besprochen.
Je früher Karies behandelt wird, desto einfacher ist die Behandlung und desto mehr Zahnsubstanz bleibt erhalten.
Regelmäßige Kontrollen: der beste Schutz
Weil Karies monatelang schmerzfrei fortschreiten kann, sind regelmäßige Kontrollen der beste Weg, sie zu entdecken, bevor sie den Nerv erreicht. Wie oft Sie kommen sollten, hängt von Ihrem persönlichen Risiko ab: Ihr Zahnarzt empfiehlt Ihnen einen passenden Abstand, kürzer, wenn Sie häufig Karies haben.
Bei einer Kontrolle untersucht der Zahnarzt jeden Zahn, prüft vorhandene Füllungen, beurteilt das Zahnfleisch und fertigt Röntgenaufnahmen an, wenn sie begründet sind. Das ist auch der richtige Moment, um Fragen zu Putztechnik, Ernährung oder geeigneten Produkten zu stellen.
Wenn Sie in Rabat leben oder sich dort aufhalten und schon länger keine Kontrolle hatten oder eine ungewohnte Empfindlichkeit bemerken, können Sie einen Termin vereinbaren.
Quellen
Häufige Fragen
Kann Karies von selbst verschwinden?
Eine ganz beginnende Schmelzläsion im Stadium des weißen Flecks kann sich mit Fluorid und guter Mundhygiene stabilisieren oder remineralisieren. Hat sich jedoch ein Loch gebildet, kann der Zahn sich nicht mehr selbst reparieren, und eine Behandlung ist nötig.
Warum habe ich Karies, obwohl ich mir die Zähne putze?
Die Zahnbürste erreicht nicht alle Stellen, besonders nicht die Zwischenräume, und die Häufigkeit von Zucker spielt eine große Rolle. Auch Mundtrockenheit oder tiefe Fissuren erhöhen das Risiko. Ihr Zahnarzt kann Ihre Risikofaktoren bestimmen und die Empfehlungen anpassen.
Tut eine Kariesbehandlung weh?
Hat die Karies das Dentin erreicht, erfolgt die Behandlung in der Regel unter örtlicher Betäubung und ist dadurch gut erträglich. Nach einer Füllung kann einige Tage eine leichte Empfindlichkeit auftreten. Je früher die Karies behandelt wird, desto kürzer und einfacher ist der Eingriff.
Muss Karies an Milchzähnen behandelt werden?
Ja. Unbehandelte Karies an einem Milchzahn kann Schmerzen und Infektionen verursachen, das Essen und den Schlaf des Kindes stören und den darunter entstehenden bleibenden Zahn beeinträchtigen. Der Zahnarzt wählt eine Behandlung, die dem Alter des Kindes und dem Kariesstadium entspricht.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.



