German Dental ClinicDr Fenjero Walid · Smile Studio

Ratgeber · 3 Min. Lesezeit

Implantat oder Brücke: Wie Sie die richtige Lösung für einen fehlenden Zahn wählen

Wer einen Zahn verliert, fragt sich schnell, wie er ersetzt werden soll. Implantat oder Brücke: Jede Lösung hat ihre eigene Logik. Hier sind die Kriterien, die bei der Wahl helfen und die Sie mit Ihrem Zahnarzt besprechen sollten.

Von Dr Fenjero Walid ·

Illustration: Implantat oder Brücke: Wie ersetzt man einen fehlenden Zahn am besten?

Warum sollte ein fehlender Zahn ersetzt werden?

Ein fehlender Zahn ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Mit der Zeit neigen die Nachbarzähne dazu, in die Lücke zu kippen, und der Gegenzahn kann mangels Gegenhalt herauswachsen. Das Kauen verlagert sich auf andere Bereiche, was manche Zähne und bei manchen Menschen auch das Kiefergelenk überlasten kann.

Der Knochen, der die Wurzel getragen hat, wird nicht mehr beansprucht und bildet sich allmählich zurück. Das geschieht anfangs unbemerkt, kann aber einen späteren Zahnersatz erschweren. Deshalb ist es sinnvoll, die Situation recht bald nach einer Zahnentfernung zu besprechen, auch wenn Sie nicht sofort handeln möchten.

Zwei festsitzende Lösungen kommen in der Beratung am häufigsten zur Sprache: das Zahnimplantat und die Brücke. Sie funktionieren unterschiedlich und eignen sich nicht für dieselben Situationen.

Die Brücke: abgestützt auf den Nachbarzähnen

Eine Brücke ist ein festsitzender Zahnersatz, der die Lücke schließt, indem er sich auf die Zähne links und rechts davon stützt. Diese Zähne, die sogenannten Pfeilerzähne, werden beschliffen, um Kronen aufzunehmen, die mit einem künstlichen Zahn in der Mitte verbunden sind.

Ihre Stärken:

  • es ist kein chirurgischer Eingriff nötig;
  • die Behandlung erfolgt in der Regel in wenigen, kurz aufeinanderfolgenden Sitzungen;
  • sie ist gut geeignet, wenn die Nachbarzähne bereits geschädigt oder überkront sind, denn das Beschleifen schützt sie dann zusätzlich.

Ihr wichtigster Nachteil liegt gerade im Beschleifen der Pfeiler: Sind diese Zähne gesund, muss intakter Zahnschmelz abgetragen werden. Die Reinigung unter dem Brückenglied erfordert außerdem eine besondere Mundhygiene (Interdentalbürstchen, spezielle Zahnseide). Schließlich bremst eine Brücke den Knochenabbau im zahnlosen Bereich nicht. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite Zahnbrücke.

Das Implantat: eine eigenständige künstliche Wurzel

Ein Zahnimplantat ist eine kleine Schraube aus Titan (oder mitunter aus Keramik), die in den Kieferknochen eingesetzt wird. Nach einer Einheilzeit, in der sich der Knochen mit seiner Oberfläche verbindet, erhält es eine Krone, die den sichtbaren Zahn nachbildet.

Seine wichtigsten Vorteile:

  • die Nachbarzähne bleiben unberührt;
  • es leitet die Kaukräfte in den Knochen weiter und trägt so dazu bei, ihn zu stimulieren;
  • es wird wie ein natürlicher Zahn gereinigt, mit Zahnbürste und Zahnseide oder Interdentalbürstchen.

Dafür erfordert das Setzen einen chirurgischen Eingriff, eine Einheilzeit und ausreichend Knochen. Bestimmte gesundheitliche Situationen (starkes Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes, bestimmte knochenwirksame Medikamente) erfordern Vorsichtsmaßnahmen oder eine gesonderte Abklärung. Auf unserer Seite Zahnimplantat werden die einzelnen Behandlungsschritte beschrieben.

Die Kriterien für die Entscheidung

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die Wahl ergibt sich aus Ihrer Mundsituation und Ihren Erwartungen:

  • Der Zustand der Nachbarzähne. Sind sie gesund, spricht das eher für ein Implantat. Sind sie bereits geschwächt oder überkront, kann eine Brücke eine schlüssige Lösung sein.
  • Das Knochenvolumen. Eine Röntgenuntersuchung, manchmal dreidimensional, misst den verfügbaren Knochen. Fehlt Knochen, kann vor oder während der Implantation ein Knochenaufbau vorgeschlagen werden.
  • Der allgemeine Gesundheitszustand. Manche Erkrankungen oder Medikamente beeinflussen die Wundheilung und sollten angegeben werden.
  • Die Anzahl der fehlenden Zähne. Bei mehreren fehlenden Zähnen gibt es kombinierte Lösungen (zum Beispiel eine Brücke auf Implantaten).
  • Der Zeitplan und Ihre Vorlieben. Eine Brücke ist oft schneller fertig, ein Implantat erfordert mehr Geduld.

Diese Punkte werden in einer Beratung beurteilt, niemals anhand eines Fotos allein.

Pflege und Haltbarkeit: worauf es wirklich ankommt

Ob Implantat oder Brücke: Wie lange der Zahnersatz hält, hängt weitgehend von der täglichen Mundhygiene und der Nachsorge ab. Eine Brücke kann sich lösen, oder ein Pfeilerzahn kann unter der Krone kariös werden. Ein Implantat kann von einer Entzündung des umgebenden Gewebes betroffen sein, der sogenannten Periimplantitis, die häufig mit Zahnbelag oder Rauchen zusammenhängt.

In beiden Fällen machen einige einfache Regeln den Unterschied: sorgfältiges Zähneputzen zweimal täglich, Reinigung der Zwischenräume mit passenden Interdentalbürstchen, regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnsteinentfernung. Wenn Sie nachts pressen oder knirschen, kann eine Schutzschiene empfohlen werden.

Kein Zahnersatz hält ewig, doch ein gut geplanter und gut gepflegter Zahnersatz begleitet Patientinnen und Patienten in der Regel viele Jahre.

Wie fällt die Entscheidung in der Praxis?

Beim ersten Termin untersucht der Zahnarzt den zahnlosen Bereich, das Zahnfleisch und die Nachbarzähne und fertigt die nötigen Röntgenaufnahmen an. In der German Dental Clinic in Agdal ermöglichen digitale Bildgebung und der Abdruck mit dem Intraoralscanner, die Situation anschaulich darzustellen und die möglichen Optionen klar zu erklären.

Anschließend erhalten Sie einen ausführlichen Behandlungsplan mit den einzelnen Schritten, der voraussichtlichen Dauer und einem Kostenvoranschlag. Das ist der richtige Moment für Ihre Fragen: Anzahl der Sitzungen, Gestaltung der provisorischen Phase, notwendige Pflege. Sich Zeit zu nehmen, um die Lösungen mit Ihrem Behandler zu vergleichen, ist der beste Weg zu einer gelassenen Entscheidung. Während der Einheilzeit eines Implantats kann eine provisorische Versorgung vorgesehen werden, damit keine sichtbare Lücke bleibt, insbesondere im Frontzahnbereich.

Wenn Sie in Rabat oder Umgebung wohnen und sich zu einem fehlenden Zahn beraten lassen möchten, können Sie einen Termin vereinbaren.

Häufige Fragen

Ist ein Implantat immer besser als eine Brücke?

Nein. Ein Implantat schont die Nachbarzähne und beansprucht den Knochen, erfordert aber einen Eingriff und ausreichend Knochen. Eine Brücke bleibt eine sinnvolle Lösung, wenn die Pfeilerzähne bereits überkront oder geschädigt sind oder wenn von einem Implantat abgeraten wird. Die Wahl hängt von Ihrer klinischen Situation ab.

Ist das Setzen eines Implantats schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und ist dadurch in der Regel gut erträglich. In den Tagen danach können Beschwerden, eine Schwellung oder Empfindlichkeit auftreten; sie lassen sich meist mit den verordneten Schmerzmitteln und den Verhaltenshinweisen nach dem Eingriff gut beherrschen.

Kann eine Brücke später durch ein Implantat ersetzt werden?

Das ist manchmal möglich, sofern im zahnlosen Bereich genügend Knochen vorhanden ist. Da sich der Knochen mit der Zeit zurückbilden kann, ist unter Umständen ein Knochenaufbau nötig. Ein Röntgenbild erlaubt eine Beurteilung im Einzelfall.

Wie lange dauert es bis zum endgültigen Zahn?

Eine Brücke ist in der Regel innerhalb weniger Wochen fertig. Beim Implantat ist vor der endgültigen Krone eine Einheilphase des Knochens einzuplanen, die länger ausfällt, wenn ein Knochenaufbau nötig ist. Den genauen Zeitplan erhalten Sie nach der Untersuchung.

Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.

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