German Dental ClinicDr Fenjero Walid · Smile Studio

Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

Unsichtbare Aligner oder feste Zahnspange: Wie entscheiden?

Zähne im Erwachsenenalter zu begradigen ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Aligner und Brackets bewegen beide die Zähne, verlangen dem Patienten aber nicht dasselbe ab.

Von Dr Fenjero Walid ·

Illustration: Transparente Aligner oder Metallbrackets: Wie trifft man die richtige Wahl?

Zwei Wege, Zähne zu bewegen

Das Prinzip der Kieferorthopädie ist immer dasselbe: Sanfte, gleichmäßige Kräfte sorgen dafür, dass sich die Zähne schrittweise im Knochen bewegen, der sich um sie herum umbaut. Unterschiedlich ist nur das Mittel.

Brackets (feste Zahnspange, Multibracket-Apparatur) sind kleine Elemente, die auf die Zähne geklebt und durch einen Draht verbunden werden. Sie können aus Metall oder aus zahnfarbener Keramik bestehen. Der Behandler passt den Draht bei regelmäßigen Terminen an.

Aligner sind individuell angefertigte, durchsichtige Schienen, die in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Jede Schiene unterscheidet sich leicht von der vorherigen und bringt die Zähne der geplanten Position ein Stück näher. Der Bewegungsablauf wird vorab am Computer auf Grundlage eines digitalen Abdrucks geplant.

Beide Methoden sind anerkannt. Die Wahl hängt vor allem von der Art der Fehlstellung, Ihrem Alltag und davon ab, wie konsequent Sie die Apparatur tragen können.

Was Aligner bieten

Unsichtbare Aligner überzeugen zunächst durch ihre Unauffälligkeit: Im Gespräch fallen sie oft gar nicht auf. Dazu kommen weitere Vorteile:

  • sie sind herausnehmbar, zum Essen und Zähneputzen nimmt man sie ab, was die Mundhygiene erleichtert;
  • kein Draht und keine Brackets, die an Wangen oder Lippen reiben;
  • keine besonderen Einschränkungen beim Essen, da man ohne Schiene isst;
  • die geplante Zahnbewegung lässt sich dank digitaler Planung schon vor Beginn darstellen.

Kleine, auf einzelne Zähne geklebte Erhebungen, sogenannte Attachments, sind oft nötig, damit die Schiene Halt findet und die Bewegungen führt. Sie sind unauffällig und werden am Ende der Behandlung entfernt.

Aligner sind auch für Erwachsene interessant, bei denen weitere Behandlungen anstehen: Werden Zähne vor Veneers oder einer Krone leicht ausgerichtet, lässt sich der nötige Substanzabtrag manchmal verringern. Außerdem können sie einen leichten Rückfall bei Menschen korrigieren, die in ihrer Jugend schon eine Zahnspange getragen haben.

Die Kehrseite: echte Disziplin

Aligner wirken nur, wenn sie getragen werden. Sie müssen den größten Teil des Tages und der Nacht im Mund sein und werden nur zum Essen, zum Trinken von allem außer Wasser und zum Zähneputzen herausgenommen. Eine Schiene, die in ihrer Box liegt, bewegt keinen Zahn.

Das setzt einige Gewohnheiten voraus:

  • vor dem Wiedereinsetzen der Schienen die Zähne putzen, damit keine Speisereste eingeschlossen werden;
  • ständiges Zwischendurch-Essen vermeiden, das häufiges Herausnehmen bedeutet;
  • die Aufbewahrungsbox immer dabeihaben, damit die Schienen im Restaurant oder bei der Arbeit nicht verloren gehen;
  • den vom Zahnarzt vorgegebenen Wechselrhythmus einhalten.

Wer weiß, dass es ihm schwerfallen wird, diesen Rhythmus durchzuhalten, ist mit einer festen Zahnspange oft besser beraten, da sie ständig wirkt, ohne vom Gedächtnis des Patienten abzuhängen.

Wann Brackets weiterhin sinnvoll sind

Brackets sind nicht verschwunden, und das aus gutem Grund. Sie erlauben eine sehr genaue Kontrolle bestimmter komplexer Bewegungen: starke Drehungen runder Zähne, ausgeprägte vertikale Bewegungen, Lückenschluss nach Zahnentfernungen oder deutliche Abweichungen zwischen Ober- und Unterkiefer.

Bei Kindern und Jugendlichen werden sie ebenfalls häufig bevorzugt, weil sie nicht von der Mitarbeit abhängen. Keramikbrackets oder Techniken, bei denen die Brackets auf die Innenseite der Zähne geklebt werden, sind unauffälligere Alternativen zum klassischen Metall.

Ihre Nachteile sind bekannt: Reizungen der Schleimhaut in den ersten Wochen, längeres und gründlicheres Putzen, harte oder klebrige Lebensmittel sind zu meiden, und regelmäßige Kontrolltermine zur Nachjustierung sind nötig. Unzureichende Hygiene rund um die Brackets kann weiße Flecken auf dem Zahnschmelz hinterlassen.

Fragen, die Sie sich vor der Entscheidung stellen sollten

Einige einfache Fragen helfen Ihnen, Ihre Prioritäten zu klären:

  • Geht es bei mir um eine einfache Ausrichtung oder um eine komplexere Fehlstellung der Kiefer?
  • Bin ich bereit, Schienen fast den ganzen Tag, jeden Tag, zu tragen?
  • Ist Unauffälligkeit für meinen Beruf entscheidend?
  • Muss vorher noch etwas behandelt werden (Karies, Zahnfleisch, Zahnsteinentfernung)?
  • Habe ich schon einmal eine Zahnspange getragen und sehe heute einen Rückfall?

Die erste Frage lässt sich nur durch eine klinische Untersuchung, Fotos und Röntgenaufnahmen beantworten. In manchen Fällen sind beide Varianten möglich und Sie entscheiden. In anderen ist eine davon klar besser geeignet.

Die Retention: ein Schritt, den man nicht vernachlässigen darf

Unabhängig von der gewählten Technik neigen die Zähne nach der Behandlung dazu, in ihre ursprüngliche Position zurückzuwandern. Deshalb ist eine Retentionsphase unverzichtbar: ein dünner, hinter den Zähnen aufgeklebter Draht (Retainer), eine Schiene für die Nacht oder beides.

Dieser Schritt ist fester Bestandteil der Behandlung. Wer ihn vernachlässigt, riskiert einen Rückfall, manchmal schon wenige Monate nach dem Ende der Behandlung. Ihr Zahnarzt erklärt Ihnen, wie lange und wie oft Sie den Retainer in Ihrem Fall tragen sollten.

Regelmäßige Kontrollen dienen auch dazu, zu prüfen, ob der Retainerdraht noch fest sitzt und die Hygiene um ihn herum stimmt.

Die kieferorthopädische Untersuchung in Agdal

In der German Dental Clinic in Agdal beginnt die Planung mit einer Untersuchung, Fotos und einem Abdruck mit dem Intraoralscanner, ganz ohne Abdruckmasse, der als Grundlage für die Planung dient. Ist die Zahnkorrektur Teil eines umfassenderen ästhetischen Vorhabens, lässt sie sich mit einem Smile Design abstimmen.

Wenn Sie in Rabat leben und wissen möchten, ob Aligner für Ihre Situation geeignet sind, können Sie einen Termin vereinbaren und eine erste Untersuchung durchführen lassen.

Häufige Fragen

Eignen sich Aligner für jeden Fall?

Nein. Sie behandeln viele Zahnfehlstellungen, doch manche komplexen Bewegungen oder deutliche Kieferabweichungen lassen sich mit einer festen Zahnspange besser steuern, mitunter in Kombination mit weiteren Behandlungen. Das zeigt die kieferorthopädische Untersuchung.

Tun Aligner weh?

Bei jeder neuen Schiene spürt man oft ein oder zwei Tage lang einen Druck, ein Zeichen dafür, dass sich die Zähne bewegen. Dieses Gefühl ist in der Regel mäßig und lässt rasch nach.

Ist eine kieferorthopädische Behandlung im Erwachsenenalter möglich?

Ja, eine feste Altersgrenze gibt es nicht, solange Zahnfleisch und Knochen gesund sind. Eine Zahnfleischerkrankung muss zuerst stabilisiert werden. Die Behandlung erfordert unter Umständen lediglich engmaschigere Kontrollen.

Was passiert, wenn ich vergesse, meine Schienen zu tragen?

Die Zähne bewegen sich nicht wie geplant, und die nächste Schiene passt womöglich nicht mehr richtig. Wenn Sie die Schienen längere Zeit nicht getragen haben, wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt, statt direkt zur nächsten Stufe überzugehen.

Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.

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